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Physiotherapie

Die Physiotherapie für Pferde ist noch wenig bekannt. Doch viele Probleme, nicht nur beim Reiten, liegen einfach an Verspannungen oder Schmerzen. Als Pferdephysiopraktikerin nach DIPO (Deutsches Institut für Pferdeostepathie) untersuche und behandle ich Pferde, die auffällige Bewegungen wie Lahmheiten oder Taktunreinheiten zeigen, die Rittigkeitsprobleme haben oder die einfach "schwierig" sind. Besonders auch nach Unfällen oder Krankheiten kann eine physiotherapeutische Behandlung Wunder wirken.

Doch auch Pferde, die gar nicht krank sind, können durch gezielte Gymnastik, Massagen oder Dehnungen in ihrer Beweglichkeit oder Fitness enorm gesteigert werden. Meinen Gästen zeige ich gerne einfache Behandlungen, die jedem Reitpferd guttun und die jeder Reiter kennen sollte.

 

 

Für die Fitness der Reiter kann ebenfalls gesorgt werden. Ein bisschen abendliche Reitgymnastik auf dem Reitplatz kann den Stil stark verbessern. Oder ist eine kleine Wellnessmassage angesagt? Auf Wunsch kommt eine professionelle Humanphysiotherapeutin ins Haus.

* * *

Fallbeschreibung Esmeralda:

 

Esmeralda ist eine 12-jährige Cruzado-Stute, die 3 sehr schöne Fohlen hatte, das letzte vor 3 Jahren. Ihr Besitzer ist ein älterer Herr, der sie für extrem temperamentvoll und schwierig hält und nur mit Kandare reitet. Auch mit den Sätteln experimentiert er eher herum, als mal einen Sattel richtig gut anpassen zu lassen. Der letzte Sattel war ein Militärsattel auf dünner Decke, also ein Verbrechen, wie Esmeraldas wehe Schultern verraten.

Sie ist sehr lieb, aber wie die meisten portugiesischen Pferde sehr schlecht erzogen. Ein paar Knuffe musste sie schon einstecken, doch sie lernt auch schnell. Leider webt sie auch, aber das wurde dank Gesellschaft und 5x füttern am Tag schon besser. Doch nun klebt sie an Logan, der muss immer mit zur Behandlung.

Als sie kam, war sie auf allen Füßen stocklahm, denn sie kam unbeschlagen über 3 km Schotterweg angetrabt, hinten an einem Pick-up angebunden! Also erst mal Pause, erholen, dann Schmied. Sie hat viel zu kleine Zwangshufe, wurde offenbar immer zu eng beschlagen. Der Schmied hofft auf den Winter, noch ist es zu trocken, um die Hufe zu weiten.

Ihre Rückenlinie war mager, der immer noch vorhandene Fohlenhängebauch schwabbelte aber vor Fett. Auch war sie verwurmt. Der Besitzer teilte mir aber stolz mit, sie werde "regelmäßig" entwurmt: alle 8-10 Monate! Eine Wurmkur brachte sofortige Besserung der spitzen Rückenlinie. Am Bauch können wir erst arbeiten, wenn sie wieder laufen kann.

Als sie dann wieder etwas laufen konnte, stellte sich raus, dass sie vorne rechts immer noch sehr lahm war, was aber nichts mit dem Huf zu tun hatte. Also untersuchte ich sie gründlich. Beim 1. Vortraben und sogar im Schritt nickte sie stark bei Belastung des rechten Vorderbeines.

Wie man auf den Fotos sieht, ist sie vorne sehr stark bemuskelt und hinten gar nicht. Das ganze Vorderteil ist verspannt. Besonders die Schulterblattspitzen kann man kaum berühren, ohne dass sie schreit (!) und um sich tritt, eindeutig ein Sattelproblem. Der Hals ist gewaltig, da sie beim Reiten immer sehr kurz gehalten wurde, hat aber keine vernünftigen Muskeln. Das Genick ist völlig steif. Die Kruppe ist rechts rund, links kaum bemuskelt.

Nach einigen Massagen und Dehnungen wird Esmeralda jetzt longiert. Sie lahmt nicht mehr, ist aber immer noch stocksteif. Den dicken Eukalyptusstamm auf dem Reitplatz, den sogar Logan übersteigt, schafft sie nicht. Sie hat aber schnell gelernt, den Kopf zu senken, und man sieht nun, dass sie zumindest versucht, den Rücken einzusetzen. Sie gehorcht auch viel besser und ist sehr arbeitseifrig.

Nach einigen Longeneinheiten trabt Esmeralda nun schon ziemlich locker, auch Trabstangen schafft sie schon. Der Balken macht immer noch Mühe. Der Kopf bleibt unten und sie horcht auf's Wort. Ich finde auch, dass der Bauch weniger wird. Von ihrem Besitzer ist nichts zu hören, es ist Ende Oktober, sie sollte bis Ende August bleiben. Aber so kann ich ihr wenigstens ein bisschen helfen, denn viel Zeit habe ich ja auch nicht.

Leider bekam ich nicht die Chance, mit Esmeralda weiterzuarbeiten, denn ihr Besitzer ist wieder zu Hause und hat sie geholt. Immerhin ist er bereit, mir den Sattel zu zeigen und sich beraten zu lassen. Den Schmied will er leider nicht wechseln, doch ein Musterhufeisen nahm er mit. Das soll er seinem Schmied zeigen, der es nacharbeiten soll. Es ist ein altes von Mel, die auch Zwangshufe hatte. Vielleicht lernt der Schmied ja was draus!

 

 

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